vjqueen

Nach einem Kurs habe ich eine SMS bekommen mit dem Text. “Hey vjqueen, Thx 4 the motivating training.” Natürlich habe ich mich zuerst sehr über das Lob eines zufriedenen Kursteilnehmers gefreut, aber ich erinnere mich auch ganz deutlich, dass es mir ab diesem Zeitpunkt nicht mehr peinlich war vjqueen genannt zu werden. Bis dahin hatte ich immer geglaubt, die Kollegen würden mich für durchgedreht und eingebildet halten.

“VJqueen! Jetzt dreht sie total durch, was glaubt die eigentlich wer sie ist?” Und dann dachte ich mir, na und ein bisschen durchgedreht muss frau ja auch sein, wenn sie als VJ arbeitet. Man bricht traditionelle Arbeitstrukturen auf und macht sich damit auch mal unbeliebt. Man versucht alternative Zugänge zu Geschichten zu finden, und manchmal funktioniert das auch. Als VJ sucht man alternative Wege um seine Story zum Zuschauer zu bringen, erzählt eine Geschichte die er schon kennt unter einen ganz anderen Blickwinkel.
Nach getaner Arbeit, sprich nach dem Dreh ist man oft total durchgeschwitzt, sodass man auf dem Empfang hinterher nicht besonders glamourös aussieht. Die Haare stehen vom Tragen des Kopfhörers wirr in alle Richtungen oder kleben durch den Schweiß am Kopf fest. Die Hosen sind an den Knien schmutzig, weil um das eine Bild aus der besonderen Perspektive zu bekommen musste man sich auf den Boden werfen. An heißen Tagen kann die Bluse an den Achseln schon mal weiße Ränder … ach lassen wir das. Schließlich geht es nicht darum gut auszusehen. Oft hat man das Gefühl ein Außenseiter zu sein, weil man für seine Umwelt nicht wirklich einzuordnen ist.
Trotzdem, ich würde heute meinen Beruf gegen nichts in der Welt eintauschen. Die Freiheit meinen Film selbst gestalten zu können. Die Selbstbestimmung bei der Kamera auf den roten Knopf zu drücken, der Jagdtrieb nach dem besten Bild, die Möglichkeit möglichst unverfälscht in jede beliebige Situation eintauchen zu können. Dafür sehe ich gern am Büfett ein wenig verklebt aus.

Ich hatte auch noch das Glück, ein der Ersten zu sein, die sich als Videojournalistin in Deutschland versuchten und dabei wohl besonders versessen bin und war (sagen Menschen die mich gut kennen) hat man mich zur Queen gemacht.

Ich freue mich über jeden den ich mit meiner Leidenschaft Geschichten zu erzählen anstecken kann. Journalistin zu sein bedeutet, gerade in unserer Zeit, Verantwortung für die Verbreitung von Informationen zu übernehmen, bedeutet sorgfältig mit den Menschen und ihren Geschichten umzugehen.
Jeder, der wirklich was zu sagen hat, sollte eine Kamera in die Hand nehmen und in seinem Schnittprogramm eine interessante Geschichte zusammenbasteln.
Auch wenn das sehr altklug klingt, es gibt viele Regeln die wichtig sind. Aber eine davon ist: Langweile dein Publikum nicht!“

Meiner Meinung nach kann man Journalismus heute mit nur vier Worten beschreiben.

Prüfen, Informieren, Bilden, Unterhalten

prove, inform, educate, entertain

Eure vjqueen

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